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Dieses Projekt steht unter der Schirmherrschaft von
Christian Weber - Präsident der Bremischen Bürgerschaft






...ohne Irrtum!
Kunstausstellung im Amtsgericht Bremerhaven

Seit dem 13.10.2006 ist im Amtsgericht Bremerhaven die Kunstausstellung „… ohne Irrtum …“ digitale Pigmentprints von Michael Weisser zu sehen. Sie steht unter der Schirmherrschaft von Herrn Christian Weber, Präsident der Bremischen Bürgerschaft.

Im Rahmen dieser Ausstellung wird der historische Baukörper des Amtsgerichts Bremerhaven auf der Grundlage eines ästhetischen Feldforschungsprojektes des Bremer Medienkünstlers Michael Weisser als Kunstwerk thematisiert. Seit sechs Jahren arbeitet Weisser bereits erfolgreich mit seinem Projekt „bremen&Mac221;An&Mac220;sichten“ an dieser ganz speziellen Kunstform, die er aufwendig mit digitalen Medien als Bilder, Klänge und Texte umsetzt und zumeist an ungewöhnlichen Orten in der Öffentlichkeit zur Diskussion stellt.

Nach einem Rundgang durch den Altbau des Amtsgerichts Bremerhaven trifft der Besucher im Neubau des Gerichts auf allen drei Fluren und im Ge-
richtssaal 219 auf ungewohnte Sichtweisen der historischen Architektur, deren Details sich erst durch physische und psychische „Annäherung“ des Betrachters in ihrer Bedeutung erschließen.

Mit der Installation „… ohne Irrtum …“ von Michael Weisser ist zudem im Amtsgericht Bremerhaven eine bleibende Installation verwirklicht werden, die sich nicht in ihrer Gestaltungs-Schönheit und Motiv-Originalität er-
schöpft, sondern in starkem Maße zugleich zum Nachdenken und zum Gespräch anregt.

Das Projekt wird durch die Dieckell-Stiftung Bremerhaven unterstützt.

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Begrüßungsrede des Präsidenten des Amtsgerichts Bremerhaven Uwe Lissau
anlässlich der Eröffnung der Kunstausstellung „… ohne Irrtum …“
am 13. Oktober 2006 im Amtsgericht Bremerhaven

Sehr verehrter Herr Präsident der Bremischen Bürgerschaft Weber,
sehr verehrte Gäste,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
sehr verehrter Herr Weisser!


Zur Eröffnung der Kunstausstellung „… ohne Irrtum …“ mit digitalen Pigment-prints des Medienkünstlers Michael Weisser begrüße ich Sie herzlich im Amtsgericht Bremerhaven.

Einmal mehr habe ich die Absicht, das Amtsgericht Bremerhaven als eine Justizbehörde zu präsentieren, die als moderne, sich öffnende und zugleich ihr Tun reflektierende Dienstleisterin die Gegenwart des Rechtsstaats gestalten will. Die Gegenwart kann jedoch nur vor dem Hintergrund der Ge-schichte angemessen begriffen werden.

Geschichte, das ist auch die Geschichte der Gerichtsgebäude und ihrer Architektur. Wenn wir auch heute nicht mehr von Justizpalästen reden, so sollte die Verwirklichung des Justizgewährleistungsanspruches für die Bürgerinnen und Bürger dennoch in würdiger Atmosphäre und angemessenen Räumlichkeiten zur Geltung gelangen. Die aus meiner Sicht geglückte Restaurierung des Amtsgerichts Bremerhaven, die bis auf die Außenanlagen abgeschlossen werden konnte, soll hierfür Zeugnis ablegen.

Mit dem heutigen Tag soll diese Restaurierung eine besondere Dokumentation in Gestalt der ganz besonderen Sichtweise des Künstlers Michael Weisser mit seinen Bildwerken erfahren.

Auf unserem späteren Rundgang wird deutlich werden, das die von Michael Weisser festgehaltenen Eindrücke in den Neubau hineingetragen wurden, um nicht nur eine räumliche, sondern auch eine visuelle Verbindung zu schaffen.

Die in dem Gerichtssaal 219 errichtete Installation „… ohne Irrtum ….“, die aus meiner Sicht auf die „Fehlbarkeit“ von menschlichen Entscheidungen hinweisen will und zur Überprüfung des eigenen Standpunkts einladen möchte, stellt einen Schwerpunkt der Arbeit von Michael Weisser dar.

Der angesprochene Gerichtssaal dient nicht nur unserer täglichen Arbeit, vielmehr finden dort auch auf der Grundlage unserer Kooperation mit der Hochschule Bremerhaven sogenannte „moot courts“ statt. Der Begriff „moot court“ kommt aus dem Englischen. To moot bedeutet diskutieren und court ist das englische Wort für Gericht. Im übertragenen Sinn bedeutet moot court daher etwa soviel wie hypothetische Gerichtsverhandlung. Ein moot court ist also ein simuliertes Gerichtsverfahren, in dem Studentinnen und Studenten einen Fall „wie im richtigen Leben“ verhandeln. Über rechtliche Fähigkeiten hinaus soll in einem moot court die objektive Entscheidungs-
findung, die Rhetorik und Gestik und die gedankliche Flexibilität geübt werden, wozu Weissers Installation mit Sicherheit anregt.

Ich danke dem Künstler für seine Arbeit ebenso sehr wie der Friedrich-Dieckell-Stiftung in Bremerhaven für die Unterstützung unseres Projektes.

Des gleichen möchte ich mich bei Herrn Präsidenten der Bremischen Bürgerschaft Weber dafür herzlich bedanken, das er sich sofort bereit erklärt hat, die Schirmherrschaft für die Kunstausstellung zu übernehmen und die einführenden Worte zu sprechen.

Ich wünsche der Ausstellung eine positive Aufnahme und den Besuchern zu Gesprächen anregende Eindrücke.



© Bremerhaven 11/2006