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„WIR - sind die Vielfalt - HIER!" - Aktions-Fotos
Ein soziokulturelles Projekt von Michael Weisser
an der Allgemeinen Berufsschule Bremen - 2008

„WIR - sind die Vielfalt - HIER!" -
POSTER

Gefördert im Rahmen des Lokalen Aktionsplans "Vielfalt Bremen", durch Mittel des BMFSFJ

In Zusammenarbeit von Schülern der Allgemeinen Berufssschule Bremen (ABS) mit dem Medienkünstler Michael Weisser wird im Schuljahr 2008 ein interkulturelles Projekt stattfinden, das die Schule, das angrenzende Stiftungsdorf der Heimstiftung für ältere Menschen, sowie die Ortsteile Walle und Gröpelingen integriert.

Titel:

Das Kunstkonzept sieht vor, mit Schülern/Innen unter der Aussage
„Wir - sind die Vielfalt hier!“
und den Begriffen Neugierde, Kreativität, Vielfalt, Toleranz und Miteinander persönlich-engagierte Statements zu entwickeln, für die die Teilnehmer mit ihren Portraits einstehen.

Idee:

Hintergrund der künstlerisch-kommunikativen Arbeit ist die Argumentation:
Unkenntnis über den Anderen macht diesen zum Fremden. Das Fremde erzeugt Ängste. Ängste fördern Aggressionen. Aggressionen erzeugen Gewalt.
Gegenseitiger Respekt bedarf der Kenntnis, des gemeinsamen Austauschens und Erlebens von Ansichten, Ritualen, Fertigkeiten und Werten. Gegenseitige Sympathie und gegenseitiges Auf-Werten sind Grundlage von Toleranz, Akzeptanz und Miteinander.

Mediale Umsetzung:

Die in Gruppenarbeit entstehenden, großformatigen Poster setzten sich für benachteiligte Jugendliche, für humane Positionen, für eine Stärkung von sozialer, kultureller und religiöser Vielfalt ein als Voraussetzung für konfliktfreies Miteinander, selbstbestimmtes Leben im Respekt vor dem Anderen und gesellschaftliche Kreativität.
Die Jugendlichen der Schule werden fotografiert, die Portraits werden zu Bildfeldern komponiert und erhalten jeweils ein Zitat, das die abgebildete Gruppe erarbeitet und öffentlich vertritt.

Ausstellungsorte:

Alle entstehenden Plakate werden zuerst an einem anerkannten Medienort mit hohem Aufmerksamkeitswert ausgestellt (z.B. Medienzentrum Walle), dann in Schaufenstern von Geschäften in Walle/Gröpelingen und anderen orten in der Stadt in der breiten Öffentlichkeit zur Diskussion gestellt und abschließend in Schule installiert.

Die Allgemeine Berufsschule Bremen

Die Allgemeine Berufsschule ist die zentrale Bremer Schule für Ausbildungsvorbereitung.
Diese Einrichtung ist geprägt ist durch das Miteinander von Jugendlichen unterschiedlicher Herkunftsländer, Kulturen, Sprach- und Bildungsentwicklung, mit nahezu 70% mit Migrationshintergrund.
Die Schule versucht, Benachteiligungen auf unterschiedlichen Ebenen auszugleichen. Schwerpunktmäßig unterstützt sie Projekte, die die Mittel von Kunst und Kreativität nutzen, um die wechselseitige Akzeptanz der unterschiedlichen Kulturen zu fördern, Wege der gesellschaftlichen Integration und Akzeptanz zu zeigen und das Selbstbewusstsein der Jugendlichen zu stärken.
Die Kooperation mit einem Medienkünstler der in den letzten Jahren speziell mit Jugendlichen in unterschiedlichen Stadtteilen kooperiert hat, gibt der schulischen Arbeit weitere Impulse.

Der Künstler

Michael Weisser hat Bildende Kunst an den Kölner Werkkunstschulen studiert und sein Examen mit dem grad. des. abgeschlossen.
Es folgte ein Studium der Kunstgeschichte, Kommunikationswissenschaft, Soziologie, Politik und Erziehungswissenschaften an den Universitäten in Bonn und Marburg. Die Forschungsarbeit zur Promotion über „Die feinkeramische Industrie in Bonn“ hat Weisser im Rheinischen Freilichtmuseum Kommern in drei Ausstellungen umgesetzt.
Es folgten freie Forschungsarbeiten und zahlreiche Fach-Publikationen und Artikel zum Themenfeld „Ästhetik der Alltagswelt“, „Die Verdrängung des Ornaments“ und „Deutsche Reclame“.
In den 1980er Jahren verfasste Weisser Romane, die im suhrkamp-verlag, bei Heyne und bei Corian erschienen.
Als Creative-Consultant entwickelte er multimediale Kulturprojekte für die Deutsche High-Tech-Industrie.

Ab Mitte der 1980er Jahre gründete er die Musikformationen „Software“ und „G.E.N.E.“ und schuf in den Folgejahren mehr als 30 Produktionen, die elektronische und computer-akustische Musik mit Welt-Klängen auf unterschiedlichen Tonträgern kombinierten und auf dem Label IC weltweit lizensiert und vertrieben wurden.
Ab 1998 wandte sich Michael Weisser wieder der Bildenden Kunst zu und konzentrierte sich auf digitale Medien. Arbeitsmethodik: Ästhetische Feldforschung, kreative Interventionen. www.MikeWeisser.de

Das multikulturelle Projekt hat eine modellhafte Bedeutung:

1. Schüler unserer Schule werden fotografiert und zu ihrer Lebensgestaltung befragt. Die Ergebnisse fließen ein in verschiedene Ausstellungen und in ein Werk, das sich als Kunst im öffentlichen Raum unserer Stadt niederschlägt.

2. Schüler unserer Schule begreifen sich bei diesem Projekt als Teil des aktuellen Kulturgeschehens und vertreten zugleich moralische Positionen für ein konfliktfreies Miteinander in der Gesellschaft.

3. Schüler(Innen lernen bei diesem Projekt die Komposition von Bildern und Texten mit dem Ziel, eine prägnante Aussage zu treffen, für die sich persönlich einstehen.

4. Der Künstler ermöglicht in verschiedenen Seminaren durch die Wahl des Großposters/Plakates eine direkte Begegnung der jungen Generation mit aktueller Medienkunst, ihren Inhalten und ihrer Wirkung in der Gesellschaft.

5. Im Zentrum der Arbeit steht die Frage nach der kreativen Kraft von Kunst zur Stärkung von Identität, Kommunikation und Miteinander.

6. Multikulturelle Kommunikation wird über eine übergreifend verbindende Kunstform initiiert und gestärkt.

7. Praktische und theoretische Übungen verbinden sich in einem Kopf-Hand-Prozess unter der Leitung des Künstlers ideal zu einem professionellen Gesamt-Werk, das von den Menschen in dieser Stadt und den Medien wahrgenommen wird.

8. Immer wieder geht es im Umgang mit aktueller Medienkunst um das Nachdenken über die persönliche Position und die Perspektiven in der aktuellen Wissensgesellschaft und um die Entwicklung von persönlichen Ausdrucksformen.

9. Die Vielfalt der Kulturen, der religiösen Bekenntnisse und der sozialen Szenen an unserer Schule machen und zu einem idealen Aktionsort für eine derartige Aktion.

10. Durch die Selbst-Darstellung der Schüler in ihren Portraits entsteht ein hohes Maß an WIR-Gefühl, das auch in kommenden Jahren anhält, weil folgende Schüler Freunde und Bekannte ebenso wiederfinden, wie Typen ihrer selbst.

11. Die Nachhaltigkeit der erarbeiteten und ästhetisch dargestellten Positionen wird gewährleistet durch verschiedene Präsentationsformen im Umfeld und die abschließende Ausstellung in Schule und Seniorenheim.

Schulleitung Allgemeine Berufsschule Bremen

http://www.MikeWeisser.de/Gesichter
http://www.MikeWeisser.de/Zitate





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