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"DER.DIE.DAS. - DER Weg. DIE Sicht. DAS Sehnen."
Die Schönheit von Reise und Abenteuer.
Einzelausstellung im Vorwerk Syke - Zentrum für zeitgenössische Kunst.
Vom 8. April bis 7. Juli 2013

IM:DIALOG – Ein Kunstprozess von Michael Weisser -
Kooperation mit den Kippenberg Gymnasium unter der Leitung von Elke Bultmnann

Auswertung des Fragebögen 1 und 2

21 Schüler/Innen im Alter 16/17 der Klasse Q1 haben sich beteiligt.

1. Als Stärken wurden genannt:
neugierig (vielfach), zuverlässig (vielfach), zielstrebig (vielfach), ehrgeizig (mehrfach), zielgerichtet (mehrfach), zuverlässig, spontan, geduldig, verständnisvoll, ehrgeizig, künstlerisch begabt, gut organisiert, wissenshungrig, bin ein offener Mensch, bin offen für Neues, bin engagiert …

2. Als Schwächen wurden genannt:
ungeduldig (vielfach), unkonzentriert (mehrfach), unkreativ (mehrfach), entscheidungsschwach, unpünktlich, faul, schüchtern, zu gutgläubig, habe mangelndes Selbstbewußtsein, kann schwer auf Menschen zugehen, habe Schwierigkeit Sprachen lernen, mute mir oft zu viel zu, mein Zimmer ist vom kreativen Chaos beherrscht, bin manchmal zu ehrgeizig, bin schwer zu begeistern…

Diskussion:
Stärken und Schwächen prägen jede Identität. Was man allerdings unter Stärken und was man unter Schwächen versteht, wird im sozialen Kontext entwickelt. Wirksam werden Werte, die man an den Charakter von Menschen anlegt. Diese Werte werden aus Religion, Moral, Ethik und dem jeweils geltenden Mainstream entwickelt. Werte ändern sich im Lauf der Zeit (In Deutschland: Kaiserzeit, 1. Weltkrieg, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, 2. Weltkrieg, Nachkriegsdemokratie mit Wirtschaftsaufschwung, 68er Jahre mit APO, heutige Wissensgesellschaft).
Die eigenen Schwächen zu erforschen, sie zu erkennen und sich einzugestehen ist eine große Stärke.
Erst in der Abwägung der Stärken und der Schwächen kann man einen Weg zum persönlich “angestrebten Leben” für sich finden. Jeder muss alle Entscheidungen in eigener Verantwortung letztlich selber treffen.
Wichtig ist deshalb die Frage, welche meiner Schwächen bin ich bereit zu akzeptieren und welche möchte ich unbedingt ändern.
Überlegenswert: Können “Schwächen” auch Stärken sein?

3. Was würdest Du gerne machen?
Freizeit, Sport, Tanzen, weniger Zeit für unnötiges Wissen opfern, ins Ausland gehen, Zahnmedizin studieren, ich möchte Menschen helfen, will Chirurgin werden, jeden Tag segeln, am Alfred Wegener Institut in der Meeresphysik arbeiten, Reisen, um die Welt reisen, entspannen, studieren, selbstständig leben, mehr Zeit für kreative Dinge haben…

4. Deine Perspektive, was willst Du sein:
Businessfrau, Chirurgin, Pilot, Physiker, Arzt, Ärztin, Journalist, Meeresbiologin, Rechtsanwalt, Staatsanwalt, Technomatikerin, Informatiker, zur Feuerwehr gehen, ich möchte gerne als Zahnärztin arbeiten, will glücklich sein (vielfach), will frei sein (vielfach), will selbstbewusster werden (mehrfach), zufrieden (mehrfach), ein freundlicher Mensch sein, will will erfolgreich sein, will ehrlich und aufrichtig sein, will andere Menschen nehmen wie sie sind, will etwas verändern, möchte auch weiterhin kreativ sein, will selbst entscheiden, selbstbewusst, gesund, in der USA-Sonne sein, will unabhängig sein…

Diskussion:
Neben konkreten Berufen wurde am meisten genannt: “will frei und glücklich sein”, gefolgt von “will zufrieden sein und selbstbewußter werden”. Diese Kriterien müssen mit Sinn gefüllt werden, denn Zufriedenheit, Freiheit und Glück werden ganz individuell gefühlt. Auch sind diese Kriterien immer wieder zu überprüfen, den zu oft werden sie überlagert.
Interessant ist die Frage; “Was will ich wirklich” – also frei von “Einflüsterungen” des Konsums oder der Konvention!

5. Frage: “Ist das Glas halb voll oder halb leer?”

Viele entscheiden sich für eine der beiden Versionen. Aber auch:
Psychotricks ziehen bei mir nicht!
Der Füllstand in beiden Fällen ist 100%
Kommt auf meine Stimmung an.
Eher halb leer, zum Auffüllen bereit!!

Diskussion:
Diese Frage zielt darauf ab zu erkennen, dass gleiche Zustände oder Situationen je nach aktuellem Gefühl ganz unterschiedlich bishin zum Gegenteil bewertet werden.
Aussagen, Erkenntnisse, Gewissheiten sind demnach nicht stabil und objektiv gegründet sondern eher schillernd.
Also: Vorsicht vor Gewissheiten, vor allem wenn diese völlig klar erscheinen!

6. Der Beruf des Bildenden Künstlers:
Was macht er? Wovon lebt er? Wie ist seine Stellung in der Gesellschaft? Welche Bedeutung hat Kunst für Dich?

6.1. Der Künstler:
- lebt im kreativen Chaos
- ist kreativ und frei
- kann frei und selbstständig arbeiten
- verarbeitet seine Gedanken und Gefühle zu Kunst (vielfach)
- will seine Erkenntnisse in Bildern/Skulpturen darstellen
- bringt Erkenntnisse in die Gesellschaft ein
- ist frei, aber auch abgekapselt
- arbeitet mit Leidenschaft (mehrfach)
- gilt häufig als eingebildet
- spricht durch seine Werke
- macht seinen Beruf wirklich gerne
- soll die Gesellschaft lehren
- sollte sich von der Gesellschaft nicht beeinflussen lassen
- versucht, den Betrachter zu inspirieren
- läßt sich von der Stadt inspirieren
- lebt zurückgezogen auf dem Land und läßt sich von Natur inspirieren
- kann verehrt werden
- findet keine Beachtung
- hat nach dem Aufkommen der Massenmedien an Bedeutung verloren
- hat keinen Platz mehr in der Gesellschaft
- lebt einen sehr freien Beruf
- übt seinen Beruf vermutlich nicht wegen des Geldes aus
- kann selbst entscheiden, wann und woran er arbeiten will
- kann Themen behandeln, die ihm am Herzen liegen
- für ihn ist Kunst Berufung, nicht Beruf
- seine Arbeit ist mit viel Druck verbunden, um davon leben zu können
- übt nebenbei andere Berufe aus
- lebt vom Verkauf, was leider selten der Fall ist
- macht sein Hobby zum Beruf
- hat kein geregeltes Einkommen
- hat es schwer mit seiner Kunst sein Geld zu verdienen
- wird von bösen Zungen als “brotlos” bezeichnet
- wenn er bekannt ist, kann er von seiner Kunst leben
- als Künstler ist man immer in Zwiespalt zwischen dem, was einem selber gefällt
und dem was sich verkauft
- ist nicht so in der Gesellschaft akzeptiert
- ist in der Gesellschaft nicht geschätzt

6.2. Die Kunst:
- ist inspirierend, gesellschaftskritisch, belustigend
- spiegelt die Außenwelt wider
- scheint für die Gesellschaft sehr wichtig zu sein
- und ihre Bedeutung wird zu hoch eingeschätzt
- hinter jedem Werk steht eine Botschaft
- ist eine der besten Möglichkeiten, sich auszudrücken
- man sollte jede Kunst akzeptieren, auch wenn man sie nicht mag
- jedes Werk hat etwas Intimes
- kann Menschen verbinden
- dient auch der Unterhaltung

Was bedeutet Kunst für mich?
Ich empfinde viele You-Tuber als Künstler (siehe Luna Darko)
Die Kunst spielt für mich nur eine untergeordnete Rolle
Die Kunst hat für mich keine Bedeutung (vielfach)

Diskussion:
Die Bedeutung des Künstlers in der heutigen Gesellschaft wird eher als gering angesehen. Er wird von den Massenmedien, dem Design und der You-Tube-Welt zunehmend abgelöst. Man nimmt den Künster als jemanden wahr, der sich zwar in Freiheit selbst verwirklicht und dessen Arbeit inspirierend wirkt, der aber wirtschaftlich ohne Erfolg ist. Der Beruf Kunst wird ideell als Berufung gesehen aber verkümmert zum zum Hobby, weil er andere Berufe ergreifen muss.
Die meisten Aussagen werden über die finanziell desolate Situation des Künstlers getroffen. Sein wirtschaftlicher Mißerfolg scheint Grund dafür zu sein , dass er von der Gesellschaft nur wenig oder nicht akzeptiert wird.
Der Künstler “bezahlt” letztlich für seine individuelle Freiheit!


Welche Bedeutung könnte "KUNST" haben?

Man kann Kunst als einen "Ort" sehen, an dem zutiefst menschliche Fragen, wie Sehnsucht, Freude, Hoffnung und Ängste verarbeitet warden. Es geht um Fragen die in Form von bildnerischen Werken in unterschiedlichen Medien Gestalt annehmen und in Ausstellungen zur Diskussion gestellt werden.

Für den, der selbst keine Kunst schafft, kann sie dennoch Anregung, Inspiration, Erinnerung und Irritation bieten, soweit er bereit ist, das Ungewohnte und Neue, das Andere zuzulassen und sich damit auseinanderzusetzen. In der Kunst werden neue Welten geschaffen, die anders sind als der Lebensalltag.

Eine besondere Rollte in der Kunst spielt die "Reise", ob in der Fantasie oder in der Realität. Die Reise zum Fremden, Anderen, Abenteuerlichen, Schönen, Überraschenden und auch Gefährlichen führt letztlich zurück zum Reisenden, der sich selber erlebt und erkennt.
Insoweit ist das vorliegende Ausstellungsthema "Der Weg, die Sicht, das Sehnen" ein Thema, das in jedem der Teilnehmer verankert ist.


Auswertung und Kommentare: Michael Weisser 27.2.2013

© www.MikeWeisser.de


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