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Ausstellung "ich:meiner:mir:mich"
Analoge und digitale Identitäten von Michael Weisser
im Bunker-D auf dem Kampus der Fachhochschule Kiel, Schwentinestr. 11
vom 20. September bis 17. Oktober 2012 -

Uraufführung der Projektion "Syn-Code"
computergesteuerte 3D-Visionen im Mediendom
auf dem Campus der Fach
hochschule Kiel
Sokratesplatz 6, 24149 Kiel am 20.9. um 20 Uhr




Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wurde gebeten, den Hintergrund für die folgenden drei Aufführungen zu erläutern. Dieser Bitte komme ich gerne in aller Kürze nach. Auf Ihren Plätzen liegt die vollständige Information mit dem Hinweis auf eine Audio-CD, die Sie OnDemand bestellen können.

Am Anfang war das Wort!
Mit Worten konnte ich flüchtig Gedachtes fixieren.
Mit Worten habe ich meine Visionen beschrieben.

# In meinem ersten Roman "SynCode7", der 1982 in der Phantastischen Bibliothek des Suhrkamp Verlages erschien habe ich eine biotechnische Welt entworfen.

# Im zweiten Roman "DigIt" war es eine per Computer verwaltete und überwachte Zukunfts-Gesellschaft.

# Im dritten Roman "Off-Shore", ging es auf einer Bohrinsel im Eismeer um die letzten, unvergifteten Nahrungsreserven unserer Welt, um das Öl.

# Und der vierte Roman "Dea-Alba" war eine, auf dem Computer umgesetzte Kooperation mit Herbert W. Franke. Es war das erste Hör-Buch bei Suhrkamp. Der Roman wurde mit einer Musikkassette als ein neues Medium ausgeliefert. Dieses Werk verbindet phantastische Literatur mit Poesie und elektronische Klänge der Musikformation "Software".

Auch die Musikformation "Software" war erst eine Idee. Ich habe sie vage gedacht, dann in Worten formuliert und damit die spätere Realität vorweggenommen. Der Musiker Peter Mergener hatte sich nach dem Lesen meines Romans "Syn-Code-7" bei mir gemeldet. Wir kamen zusammen und produzierten in mehr als 10 Jahren rund 20 Alben mit elektronischer Musik.

Im Roman "Syn-Code-7" war ein videophones Ballett beschrieben, bei dem sogenannte Bioplasten, von Lasern stimuliert, wie Milliarden kleinster Leuchtdioden, komplexe Bilder erzeugen. Elektronische Klänge und computergesteuerte Bilder erzeugen in einer Kuppelarchitektur ein perfektes Erlebnis.

Diese, in Worten formulierte Vision von 1982 habe ich im gleichen Jahr in einem Kunstevent zur ars electronica in Linz mit dem Titel "...im weissen Rauschen" aufgeführt. 1988 folgte die Projektion im Planetarium Bochum und 1989 im All-Sky des Planetariums in Bochum. Diese Aufführungen waren analog, wir projizierten synchron zur Musik Diapositive in die Kuppeln.

Im Science Fiction Almanach "Polaris 7" erschien 1983 bei Suhrkamp die Erzählung "...im weissen Rauschen", aus der heute Abend gelesen wird. Wir erleben heute, fast 30 Jahre später, die Realisierung einer Vision. Aus analogen Worten wird digitale Wirklichkeit.

Es beginnt heute Abend mit dem Video "Syn-Code-Sunset", eine elektronische Musik von Software aus dem Jahr 1987, als Video bearbeitet im Jahr 2002.

Es folgt eine Lesung unter dem Sternenhimmel. Der Schauspieler Peter Kaempfe, rezitiert einen Ausschnitt aus meiner Erzählung "...im weißen Rauschen" aus dem Jahr 1983. Produziert wurde dieser Beitrag vor kurzem im Studio des Musikers Jens Fischer.

Den Abschluss bildet die Software-Musik "Crysanthemum Beauty" von der CD "Fire-Works" aus dem Jahr 1998, zu der der Spezialist für Fulldomeprogramme Ralph Heinsohn eine Kuppelprojektion kreiert hat.

Wie es zu dem heutigen Abend kam erklärt ein Zitat:

„Michael Weisser hat in seinem Suhrkamp-Roman "SYNCODE-7" schon 1982 "Lasersynphonien" als audio-visuelle Inszenierungen beschrieben – in Kuppeln, die unserem Mediendom ähneln. Als ich das entdeckte, wollte ich diese damalige Vision von Weisser in die Gegenwart bringen.“

Dieses Zitat stammt von Klaus Michael Heinze, dem Kanzler der Fachhochschule Kiel, der zugleich der Spiritus Rector meines Kunstprojektes über "analoge und digitale Identitäten" auf diesem Campus ist.

Lieber Herr Heinze,
ich bedanke mich ganz herzlich bei Ihnen, dass sie dieses Erlebnis möglich gemacht haben.

Und ich bedanke mich herzlich auch bei Edouard Thomas, Ralph Heinsohn, Jens Fischer, Peter Kaempfe und Peter Mergener für die Mitarbeit an diesem Projekt.

Und ich wünsche Ihnen, liebe Anwesende...
intensive Empfindungen bei den Bildern, Klängen und Worten, die jetzt folgen.

© 2012 www.mikeweisser.de



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